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Nicht alle Kaffee-Händler sind Ausbeuter


kaffee-weltDer Beruf des Kaffeehändlers ist heutzutage nicht besonders gut angesehen. Insbesondere internationale Kaffee Händler gelten vielen Menschen automatisch als Ausbeuter. In vielen Medien, etwa Zeitschriften und vor allem dem Fernsehen, wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Arbeiter auf den Kaffeeplantagen zu einem Hungerlohn arbeiten, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Sie gehören zu den Ärmsten der Armen, während die Plantagenbesitzer und vor allem die internationalen Großhändler immer reicher werden. Bilder von großen Herrenhäusern vermischen sich im Geist wohlmeinender Zeitgenossen mit Vorstellungen aus dem amerikanischen Süden, wo die Afroamerikaner bis zum Amerikanischen Bürgerkrieg tatsächlich noch als rechtlose Sklaven auf den Baumwollfeldern schuften mussten. Nun, ganz sind solche Vorwürfe auch heute nicht von der Hand zu weisen. Zwar ist die Sklaverei in allen Ländern mehr oder weniger abgeschafft, zumindest offiziell. Aber dass die Arbeiter, die auf den Plantagen den Kaffee anbauen und ernten, oftmals an der Armutsgrenze leben, ist leider immer noch Alltag. Und natürlich ist es auch richtig, dass die Händler am meisten verdienen – nicht umsonst sind zu allen Zeiten die Kaufleute am wohlhabendsten gewesen. Allerdings darf man es sich auch nicht so vorstellen, dass Kaffeehändler grundsätzlich schlechte Menschen sind und fast der ganze Erlös für den Kaffee in ihre Taschen fließt.

Vielmehr ist es so, dass ihnen natürlich bei ihrem Geschäft auch Kosten entstehen – und wie in so vielen anderen Bereichen mischt auch hier der Staat kräftig mit, verdient gut an Steuern und Zöllen. Zusammengenommen machen die Transportkosten und die staatlichen Abgaben immerhin rund die Hälfte des Kaffeepreises aus. Außerdem trifft natürlich auch die Verbraucher, die möglichst wenig für ihren Kaffee bezahlen wollen, eine Mitschuld. Wer sich wirklich Gedanken um die Situation der Arbeiter macht, sollte einfach auf Fair-Trade-Produkte umsteigen. Die sind zwar etwas teurer, das kommt aber tatsächlich den Arbeitern zugute.


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30. Oktober 2013